|
Zurück zur Übersicht
Ironman in Roth
Naja, Ironman ist zwar nicht ganz richtig, es ist nur ein Langtriathlon, da Roth den Titel abgegeben hat, aber für mich ist es weiter ein Ironman. Und mein Dieter ist halt so ein Eisenmann. Dieses Jahr hat er die Strecke ein zweitesmal eingeplant und wir beiden wussten nun schon, was auf uns zukommt. Angefangen hat die Planung schon im Dezember 2005 mit der Anmeldung. So spart man wenigstens 30 Euro. Dann im Frühjahr die Urlaubsanmeldung und die Buchung des Campingplatzes. Da wir einen Wohnwagen haben, ist die Unterbringung schon einfacher. Und in Wallesau, 8 km von Roth entfernt, haben wir einen schönen gemütlichen kleinen Campingplatz gefunden. Nächster Schritt für das Vorhaben Ironman ist das Training. Und wer Dieter kennt, weiss auch, das dies sehr akribisch durchgeführt wird. Schwimmen im Fitnesstudio, schwimmen im See mit Neopren. Fahradfahren am Sonntag, Fahradfahen nach Feierabend. Nur Laufen war nicht so intensiv, da sowohl im April auf den Marathon trainiert wird und Dieter eigentlich auch aus dem Stand einen Marathon laufen kann. Allerdings hatte er sich eine bessere Zeit vorgenommen. 2004 hat er noch über 12 Stunden und 13 Minuten gebraucht und wollte es diesmal unter 12 Stunden schaffen. Am Donnerstag Abend ging es dann los (nach dem letzten Arbeitstag) und mit einem Zwischenstopp bei Leipzig (neben einem Kühllaster mit dröhnendem Kühlaggregat) sind wir dann am Freitag in Wallesau angekommen. Die Triathlonmesse in Roth ist ein bisschen grösser als bei unserem Volkslauf, aber viel kaufen kann man dort auch nicht. Alles zu teuer!. Am Samstag wurden dann die letzten Vorbereitungen getroffen. Wie schon in unserem ersten Bericht erzählt, gibt es eine 20 seitige(?) Anleitung, was man alles machen muss. (20 Seiten, da auch in englisch und französisch). Aber ebenso kompliziert wie gehabt. Da gibt es blaue Beutel (Laufen), rote Beutel (Schwimmen) und grüne Beutel (Radfahren). Und genaue Zeiten wann welcher Beutel wo abzugeben ist. Und wenn man das nicht richtig macht, hat man eben plötzlich keine Laufschuhe oder keinen Radverpflegung griffbereit (weil man die Beutel nicht nachträglich abgeben kann). Also am Samstag alles vorbereiten und das Rad in der Startzone abgeben, mit dem blauen Beutel? Genaue Farbe hab ich vergessen. Am Sonntag früh 4 Uhr aufstehen (es war noch dunkel). Mit dem Auto ohne Frühstück los und recht nah auf einem der vielen Ackerparkplätzen unterkommen. Auch hier unzählige one-man-Zelte (ohne Strom und Klo !! naja, wer’s mag). Als erstes wird Dieter mit schwarzem Filzer (wasserfest) am Arm und Wade markiert, damit er nicht verloren geht. Dann haben wir ein bisschen gefrühstückt (Toast mit Honig) und die Stimmung auf uns wirken lassen. Dieter konzentriert und ein bisschen sehr ruhig, ich mit Kamera alles aufnehmend, und den Sonnenaufgang bewundernd. Gänsehaut bekommt man dann kurz vor sechs, wenn die Nationen vorgestellt werden, die teilnehmen und die Hymnen kurz angespielt werden. Wir sind Teile einer grossen internationalen Familie. Dieses Feeling ist schon ein Kommen wert. Die nächsten Stunden haben wir dann getrennt verbracht. Dieter sich bemühend durchzukommen und ich bemühend, die Treffpunkte nicht zu verpassen und zwischendurch die tote Zeit zu bekämpfen. Das schafft man aber ganz gut, mit einem Buch, einem Liter Wasser, ein paar Würstchen bzw. Eis (es war ein heisser Tag und gerade beim Radfahren störte alle der manchmal sehr frische Wind) und auch mal eine Stunde auf einer Kirchenwiese rumdösen und die Radfahrer an sich vorbeiziehen zu lassen. Per Handy hatten Dieter und ich öfter mal Kontakt, so alle zwei Stunden und es ging ihm verdammt gut an diesem Tag. Die Fehler, die er vor zwei Jahren gemacht hatte, zu wenig zu trinken, konnte er jetzt richtig machen, dafür hatte er trotz guter Vorbereitung beim Schwimmstart eine undichte Brille. Bevor er seine Brille richten konnte, kam schon das Startsignal und Dieter musste dem Feld erstmal hinterher schwimmen und rollte das Feld dann von hinten auf. Daher, so meint er, ist seine Schwimmzeit auch schlechter als 2004 (1 Std. 14 min und 29 sec bei 3,8 km). Das Radfahren lief dafür umso besser. Keine Panne hat ihn aufgehalten und am Solarer Berg (zweimal zu befahren mit 14% Steigung) genoss er das Tour de France Feeling mit Zuschauer, die alle Fahrer am liebsten den Berg persönlich hochgeschoben hätten. Auf jeden Fall ist der Lärmpegel ein Genuss für alle Fahrer und eine nette Abwechslung bei den 180 km (Zeit: 5 Std. 52 Min 17 Sec). Nach dem Radfahren ist es dann noch guten Mutes an der 2 km Marke bei mir gewesen. Noch einmal habe ich ihn liebevoll mit Sonnenmilch eingecremt, hat ihn zwei Minuten gekostet; und dann den Marathon angehen. Es ist schon ein Erlebnis am Donaukanal (im Schatten) zu sitzen und die vielen Läufer an sich vorbeiziehen zu sehen. Viele konnten kaum noch einen Fuss vor den anderen setzen und haben es meist doch bis ins Ziel geschafft. Ich glaube schon, zum Ironman muss man eine ganz eigene innere Einstellung haben. Dieter hatte einen guten Tag und eine gute mentale Einstellung. Beim Marathon hat er noch viele Läufer überholen können und ohne es direkt darauf angelegt zu haben, den Marathon unter 4 Stunden geschafft (3 Std. 59 Min 22 Sec!). Ich glaube diese Leistung hat ihn besonders gefreut. Im Ziel (eine toll organisiertes Einlaufstadion, super Moderation und Musik, und auch ganz heisse Sambatänzerinnen) war Dieter dann so happy und voller Adrenalin, dass ihm sogar ein Luftsprung (ein paar Zentimeter, aber immerhin) gelungen ist. Die Uhr blieb für ihn stehen nach 11 Stunden, 19 Minuten und 26 Sekunden!!! Eine klasse Bestzeit und viel schneller als er und ich kalkuliert hatten. Echt unglaublich. Nach noch ca. 1 ½ Stunden Erholung, bei super Verpflegung mit allem, was sich ein Sportler wünschen kann, ging es dann gegen 10 Uhr zurück zum Campingplatz und ab ins Bett. Aber so richtig schnell einschlafen konnten wir beiden dann doch nicht, so aufgewühlt ist man nach dem Tag in Roth. Es ist eben für alle ein Erlebnis diesen Ironman zu erleben, und ich kann allen nur Mut zusprechen, die Lust zum Triathlon haben, sich dieses mal anzutun. Tipps zum Training oder zum Drumherum geben wir gerne. Und der nächste Ironman, ich glaube Dieter hat ihn schon in der Planung, vielleicht mal woanders und bestimmt in 2008. Angela Zurück zur Übersicht
|