Unser Volkslauf rückt näher. Zum wievielten Mal möchte ich
wohl die Distanz ablaufen, zur Kontrolle, aber ich weiß, es ist alles
in Ordnung. Ich liebe einfach die Strecke und freue mich darauf, hier zu
laufen. Zu jeder Jahreszeit zeigt sie sich anders, aber stets schön
und interessant.
Wie immer starte ich am Clubhaus Oberalster, die Alster aufwärts.
Schon nach einem Kilometer habe ich den Abenteuerspielplatz erreicht.
Über die nächste Brücke geht es auf die andere Seite und
weiter zur 5-km-Wende beim UHC-Sportplatz. Gleich danach wieder auf die
andere Alsterseite. Die Strecke führt mich durch den Wald, immer nahe
der Alster zur 10-km-Wende. Vor einer kleinen Holzbrücke, die
über eine markante Minischlucht führt, geht es um eine verwachsene Buche herum und für die "Zehner" dann zurück.
Ich laufe weiter über die "Rentnerbrücke" zur Poppenbütteler
Schleuse, dort wird ein Getränkestand stehen. Die Alster erweitert
sich hier zu einem kleinen See. Weiter folge ich dem Fluß, bis in
die "Mellingburger Berge". Nun geht es ans Eingemachte, denn vier Kilometer
Hügellandschaft liegen vor mir. Und zum warm werden, gleich hoch zur
Mellingburger Schleuse direkt auf die reetgedeckte Fachwerkscheune zu. Dort
haben die Schwalben noch ihre persönlichen Einflugluken.
Ich laufe daran vorbei und hinunter zur Schleusenbrücke, rechts hoch
um die Pferdekoppel und zurück zur Brücke. Aber jetzt nicht die
Brücke überqueren, sondern hoch zur Lemsahler Landstr. Links kann
ich die riesige Alsterschleife sehen, sie bildet eine Halbinsel und wird
von Naturfreunden liebevoll gepflegt. Bevor ich beim Herunterlaufen in die
Alster falle, laufe ich scharf rechts hoch und umrunde Hohenbuchen, wo wieder
naturnah geackert wird und der Hahnenschrei heute noch den Tagesablauf
bestimmt. Runter zur Alster habe ich dann die Mellingburger Schleife
vollendet, nur 100 m schmal ist hier der Landstreifen zwischen den
Flußläufen. Das schwierigste Stück ist nun geschafft.
Es geht zurück, jetzt aber alsterabwärts. Der letzte Bonbon
der Strecke ist das Wellingsbütteler Torhaus. Ich laufe den Hügel
hoch, direkt auf den Torbogen zu, das Bildmotiv unserer Ausschreibung,
Anno 1757, prangt mir entgegen. Ich laufe durch das Tor, das Hansa-Kolleg
dahinter lasse ich links liegen. Nun noch vier Kilometer entlang der Alster
und ich bin im Clubhaus, am Ziel.
Ich bin zufrieden, klopfe mir innerlich selbst auf die Schulter, es bringt
immer wieder Spaß auf dieser Strecke zu laufen. Zur Belohnung werde
ich im Clubhaus mir noch eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen
gönnen.
Und nächste Woche, da laufe ich hier wieder.
Walter |